Ascenion GmbH

25 Jahre Technologietransfer: Ascenion feiert auf der BioVaria

Die diesjährige Technologietransfer-Veranstaltung BioVaria stand im Zeichen eines 25-jährigen Jubiläums des Hauptausrichters Ascenion. Neben der Rückbesinnung auf den steinigen Weg, die europäischen Innovationsökosysteme der Life Sciences auf einer Plattform zusammenzubringen, und der rekordhohen Teilnehmerzahl wirkten auch neue Herausforderungen in die feierliche Stimmungslage: das rasante Tempo der Innovationsmaschinerie in und aus China.

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Zum 25-jährigen Bestehen der Ascenion GmbH zeigte sich die BioVaria in München so international und gut besucht wie nie zuvor. Rund 360 Teilnehmer aus Wissenschaft, Technologietransfer, Venture Capital und Pharmaindustrie kamen Ende April im Sofitel Munich Bayerpost zusammen, um neue akademische Life-Science-Projekte zu diskutieren, Start-ups kennenzulernen und Kontakte für künftige Deals anzubahnen.

Schon in den Kaffeepausen zwischen den Vortragsblöcken wurde deutlich, dass sich die BioVaria längst von einer eher deutschen Technologietransferveranstaltung zu einer europäischen Partnering-Plattform entwickelt hat. In den Foyers wurde über Zelltherapien, KI-gestützte Diagnostik, RNA-Technologien und neue Onkologieansätze diskutiert, während Investoren ihre nächsten Speed-Dating-Termine koordinierten. Rund 70 lizenzierbare Technologien und Start-ups aus europäischen Forschungseinrichtungen standen in diesem Jahr auf dem Programm.

Vielfalt der Themen in großer Detailtiefe

Besonders stark vertreten waren diesmal Projekte aus Onkologie, Immunologie und Neurowissenschaften. Zu den präsentierten Technologien gehörten unter anderem neue CAR-Konstrukte gegen Multiple Sklerose und Alzheimer, KI-basierte Bildanalyseverfahren von Helmholtz Munich oder ein CRISPR/Cas9-Ansatz zur Behandlung ANCA-assoziierter Vaskulitiden vom Max Delbrück Center.

Der eigentliche Publikumsmagnet blieb jedoch auch in diesem Jahr das Start-up-Pitch-Programm. Zehn ausgewählte Gründerteams präsentierten ihre Konzepte vor Investoren und Industrievertretern (von denen zwar die bekannten üblichen Verdächtigen anwesend waren, aber eben immerhin niemand eine Auszeit genommen hatte) – von Wirkstoffplattformen bis zu Diagnostik- und Medtech-Ideen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt das dänische Unternehmen SynuCa Therapeutics, das an einer krankheitsmodifizierenden Therapie gegen Parkinson’s Disease arbeitet. Das Team gewann den Award in der Kategorie „Emerging“. „Diese Auszeichnung ist eine besondere Würdigung der Aktualität unserer Entwicklung“, sagte SynuCa Tx-CEO Lasse Reimer nach der Preisverleihung.

In der Kategorie „Rising“ setzte sich die Heidelberger Panosome GmbH mit ihrer Antikörperplattform für schwierige Epitope durch. Besonders in Erinnerung blieb vielen Teilnehmern die intensive Atmosphäre während der Investoren-Speed-Datings. „Die BioVaria war für Panosome eine außergewöhnliche Erfahrung“, sagte Katharina Urban, bei dem Start-up für Business Development zuständig. „Von unserem Pitch auf der Bühne über intensive Gespräche an unserem Stand bis hin zu den konzentrierten Investor-Speed-Datings – und sogar entspanntem Networking im Augustiner-Biergarten – diese Veranstaltung hatte wirklich alles zu bieten.“

Networking, Geburtstag und ein langer Weg für den Technologietransfer

Überhaupt spielte das Networking auch abseits der Bühnen eine zentrale Rolle. Beim Jubiläumsabend im Biergarten des Augustiner-Kellers wurde deutlich, wie stark Ascenion inzwischen im europäischen Life-Science-Ökosystem verankert ist. Viele Gäste kannten sich seit Jahren aus Spin-offs, Finanzierungsrunden oder früheren Technologietransfers. Zwischen Biergartenatmosphäre und Rückblicken auf 25 Jahre Technologietransfer wurde immer wieder darüber gesprochen, wie schwierig die Finanzierung früher akademischer Projekte derzeit geworden ist – und wie wichtig Plattformen wie die BioVaria inzwischen für die Sichtbarkeit europäischer Innovationen sind. Joachim Rothe, Investor bei EQT Life Sciences und langjähriges Mitglied des Ascenion-Beirats, brachte die Stimmung des Abends auf den Punkt: „Erfolgreicher Technologietransfer baut auf Vertrauen. Das Team von Ascenion hat sich dieses Vertrauen schon lange verdient.“

Frühe Projekte mit starkem wissenschaftlichen Touch

Auch thematisch spiegelte die Veranstaltung den Wandel im europäischen Biotech-Markt wider. Während vor einigen Jahren vor allem klassische Therapeutika im Mittelpunkt standen, dominierten diesmal Plattformtechnologien, KI-Anwendungen und translational orientierte Frühphasenprojekte. Der Early-Stage Innovations-Bereich, unter anderem mit Projekten aus dem GO-Bio-initial-Programm, war entsprechend gut besucht. Dort wurden neue Impfstoffplattformen, Radiotherapieansätze und proximity-basierte Therapeutika vorgestellt – häufig zum ersten Mal vor einem internationalen Fachpublikum.

Die BioVaria hat sich bereits vor Jahren über ein Netzwerk der europäischen Technologietransfer-Einrichtungen zur Plattform von Innovationen und Austausch entwickelt, was zur strategischen Entwicklung des europäischen Technologietransfers insgesamt passt. Viele Universitäten und Forschungseinrichtungen versuchen inzwischen deutlich früher, Projekte aus der akademischen Forschung in ausgründungsfähige Assets zu überführen, doch einzelne lokale Events erzielen dabei selten genug Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. Veranstaltungen wie die BioVaria dienen immer stärker als Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung, Venture Capital und Pharmaindustrie.

Aber in China …

Für Ascenion selbst war die diesjährige BioVaria daher weit mehr als ein Jubiläumsevent. Die Rekordteilnehmerzahl galt vielen Gästen auch als Signal dafür, dass der Bedarf an kuratierten europäischen Innovationsplattformen trotz schwieriger Kapitalmärkte weiter wächst. Doch bei kaum einem Gespräch am Stehtisch blieb ein anderes Thema unerwähnt: China. Allen ist bewusst, dass aus dem Fernen Osten mit aller Macht eine nie dagewesene Welle an Innovationen hereinbricht, die niemanden in der Szene unberührt lässt. Die Themen sind hohe Geschwindigkeit und die Agilität, neue Entwicklungen sofort aufzugreifen und zu optimieren. Erneut wurde diskutiert, ob das Verfahren, möglichst schnell ein Patent einzureichen, um damit eine Grundlage für Gespräche mit Investoren zu haben, nicht kontraproduktiv sei, wenn jede Publikation (wissenschaftlich oder aus den Patentierungsverfahren) dort von großen Teams in kurzer Zeit „nachgekocht“ wird und auf Umwegen ähnliche Ansätze schneller bis zur Klinik getrieben werden. Ein langes Verharren im Stealth-Modus sei nun eher die Empfehlung sowie ein aktives Zugehen auf chinesische Kooperationspartner. Der Wettbewerb mit China bringt für das etablierte europäische Innovationsökosystem ganz konkrete Herausforderungen, die zum Überdenken der bisherigen Praxis führen, ja führen müssen.

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